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Braune Augen: Herkunft, Geschichte und Bedeutung

In braunen Augen liegt der Ursprung der Menschheit – und das sogar im wörtlichen Sinn! Früher hatten alle Menschen braune Augen, ehe verschiedene Genmutationen auch blaue und grüne Augen hervorbrachten. Dennoch dominiert die braune Augenfarbe bis heute. Rund 90 Prozent der Weltbevölkerung sind braunäugig. Und doch sind nicht alle braunen Augen gleich: Verschiedene Abstufungen bei der Farbintensität lassen sie mystisch und geheimnisvoll wirken. Zudem gehen braune Augen mit einigen gesundheitlichen Vorteilen einher. Welche das sind und was du sonst noch rund um die dunkle Augenfarbe wissen musst, haben wir in diesem Beitrag für dich zusammengefasst.

Artikel wurde von Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Grein geprüft  

Auf einen Blick

  • Braune Augen kommen weltweit am häufigsten vor – rund 90 Prozent der Weltbevölkerung sind braunäugig.

  • Die Augenfarbe entsteht durch eine hohe Melaninkonzentration innerhalb der Iris.

  • Vor allem in Asien, Afrika und dem Nahen Osten sind braune Augen weit verbreitet – in Nord- und Zentraleuropa dominieren dagegen hellere Augenfarben.

  • Die dunkle Augenfarbe macht die Augen weniger lichtempfindlich und bietet einige gesundheitliche Vorteile.

  • Menschen mit braunen Augen wirken vertrauenswürdig und stark. Ihnen wird Treue und Zuverlässigkeit nachgesagt.

Definition und Beschreibung: Das steckt hinter braunen Augen

Braune Augen bilden die Grundlage des Sehens. Vor rund 6.000 bis 10.000 Jahren hatten alle Menschen noch braune Augen, ehe eine Genmutation erstmals blaue und grüne Augen entstehen ließ. Noch heute sind braune Augen am häufigsten vertreten. Die braune Augenfarbe entsteht dabei durch Melanin innerhalb der Iris: Je mehr Melanin vorhanden ist, desto dunkler erscheinen die Augen. So kommt es auch bei braunäugigen Menschen zu viel Variation innerhalb der Farbgebung – von dunklem Mahagoni-Braun bis hin zu warmen, sonnigen Karamelltönen.  

Alle Augenfarben entstehen durch die Menge des Melanins und die Tiefe, in der das Melanin in die Iris eingelagert ist. Die Mischung aus Reflektion und Absorption des auf die Iris fallenden Lichtes ergibt die Irisfarbe. So entstehen alle Zwischenfarben von braun über orange oder grüne Töne.

Blaue oder hellgraue Augen haben ganz wenig oder kein Melanin. Es gibt also kein grünes oder blaues Pigment in der Iris.

Regionale Unterschiede: Wie verbreitet sind braune Augen?

Braune Augen gibt es auf der ganzen Welt. Besonders häufig kommt die Augenfarbe allerdings in Afrika und Asien vor, wo nahezu alle Einwohner braune Augen haben. Auch im Nahen Osten sind braune Augen sehr weit verbreitet. In den USA, einem klassischen Einwanderungsland, haben rund 41 Prozent der Bevölkerung eine braune Augenfarbe. Deutlich seltener sind brauen Augen dagegen in Nord- und Zentraleuropa, wo eher helle Töne dominieren.

Vererbung: Genetik brauner Augen

Die Farbe der Augen wird durch die Eltern vererbt – allerdings spielen auch noch andere Faktoren in die Entstehung hinein. Nach derzeitigem Wissensstand geht man davon aus, dass bis zu 16 verschiedene Gene die Augenfarbe beeinflussen. So kann es durchaus vorkommen, dass Kinder plötzlich eine andere Augenfarbe haben als ihre Eltern. Das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Gene und die Möglichkeit zu spontanen Genmutationen machen es also schwierig, mit Sicherheit vorauszusagen, welche Augenfarbe ein Kind später mal haben wird. 

Dennoch gelten braune Augen als dominant. Hat ein Elternteil braune Augen und der andere Elternteil blaue Augen, so wird ein gemeinsames Kind mit großer Wahrscheinlichkeit auch braune Augen haben. Dieser Umstand führt dazu, dass blaue Augen im Verlauf der Zeit immer seltener werden. 

Übrigens: Bei hellhäutigen Neugeborenen ist unmittelbar nach der Geburt der Melanin-Anteil im Körper noch sehr gering, sodass die Augen blau erscheinen. Erst innerhalb der ersten 12 bis 18 Lebensmonate bildet sich die genetisch veranlagte Menge an Melanin in der Iris an, sodass die Augen im Verlauf der Zeit auch grün, haselnussbraun oder braun werden können.  

Braune Augen bekommen – diese Möglichkeiten gibt es 

Viele Menschen hegen den Wunsch, ihre Augenfarbe zu ändern. Es gibt einige Operationen, die eine Änderung der Augenfarbe möglich machen sollen – allerdings sind diese stets mit einem hohen Risiko für die Augengesundheit verbunden und können langfristig sogar zu starken Sehbeschwerden bis zur vollständigen Blindheit führen. Eine gute Alternative sind farbige Kontaktlinsen, die mit braunen Farbpigmenten angereichert sind und so vorübergehend für braune Augen sorgen. Sie sind ebenso gut verträglich wie herkömmliche Kontaktlinsen. 

Kulturelle und historische Bedeutung brauner Augen

Forscher der Universität Prag haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass Menschen mit braunen Augen glaubwürdiger und vertrauenswürdiger auf andere Menschen wirken. Die braune Farbe scheint Wohlbefinden auszustrahlen, sodass Menschen eher dazu bereit sind, ihre Sorgen einer braunäugigen Person anzuvertrauen.  

 

Aber auch historisch sind braune Augen tief verankert. Als ursprüngliche Augenfarbe sind wir es in unserer tiefen Erfahrung gewohnt, in braune Augen zu blicken. Sie gelten als Symbol für Zuverlässigkeit und Stärke. In der griechischen Mythologie werden einige Götter gezielt mit braunen Augen gezeichnet, um ihre besondere Verbindung zur Natur deutlich zu machen – beispielsweise die Göttin Demeter, die Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus.  

 

In der Poesie werden braune Augen häufig als etwas Mystisches und Geheimnisvolles dargestellt. Dabei spielt auch die Wahrnehmung der Augen als Spiegel zur Seele eine wichtige Rolle. Braunäugigen Menschen wird in der Poesie und Lyrik häufig eine besondere Tiefgründigkeit zugeschrieben. Selbst Shakespeare nutzte braune Augen als Symbol für eine unergründliche Person mit vielen unterschiedlichen Facetten. 

Gesundheitliche Vor- und Nachteile brauner Augen

Braune Augen bieten viele gesundheitliche Vorteile. Durch den höheren Melanin-Anteil in der Iris sind sie von Natur aus besser gegen UV-Strahlung geschützt und gelten als weniger lichtempfindlich. Aber Vorsicht: Auch bei dunklen Augen kann die langfristige Exposition durch Sonnenlicht zur Entstehung von Augenkrankheiten führen. Außerdem steht UV-Strahlung im Verdacht, die Pigmente innerhalb der Iris negativ zu beeinflussen, sodass im Laufe der Jahre die Farbtiefe verloren geht. Eine Sonnenbrille ist also auch bei braunen Augen notwendig, um die Augengesundheit langfristig sicherzustellen und die leuchtende Strahlkraft der Augen zu bewahren. 

Studien haben außerdem gezeigt, dass Menschen mit braunen Augen weniger anfällig für die Entstehung bestimmter Augenkrankheiten sind. So leiden Menschen mit hellen Augen deutlich häufiger an einer altersbedingten Makuladegeneration oder einem Augenmelanom. 

Es gibt aber nicht nur gute Neuigkeiten: Forscher in Australien konnten nachweisen, dass Menschen mit dunkelbrauner Iris ein höheres Risiko haben, an Katarakten zu erkranken. Auch hier dient die Sonnenbrille als geeigneter Schutz.  

Eine Studie an der University of Pittsburgh hat zusätzlich herausgefunden, dass Mütter mit dunklen Augen bei der Entbindung mehr Schmerzen empfinden. Außerdem scheinen Menschen mit dunklen Augen anfälliger für Ängste, Depressionen, negative Gedanken und Schlafstörungen zu sein.  

Übrigens: Bisher konnte kein Zusammenhang zwischen Augenfarbe und Neigung zu Fehlsichtigkeiten nachgewiesen werden. Menschen mit braunen Augen können also ebenso eine Sehschwäche entwickeln wie Menschen mit hellen Augen. Eine Brille oder Kontaktlinsen mit Sehstärke schaffen hier Abhilfe. 

Braune Augen in der Popkultur

Es gibt viele berühmte Persönlichkeiten, die mit ihren dunklen Augen faszinieren. Kim Kardashian formt mit ihren braunen Augen ihre exotische Schönheit, Julia Roberts sorgt mit ihren braunen Augen für eine emotionale Tiefe bei jedem Schauspiel. Und auch bei den Männern gelten braune Augen als sehr beliebt: Orlando Bloom verleiht seinem Ausdruck mit braunen Augen Tiefe und Keanu Reeves überzeugt in zahlreichen Filmen als starker Charakter, was nicht zuletzt auch an seiner Augenfarbe liegt.

Braune Augen im Tierreich

Auch in der Tierwelt sind braune Augen weit verbreitet. Viele Tierarten haben von Natur aus braune Augen, optimal angepasst an ihren Lebensraum und ein starkes Sehvermögen, selbst bei Sonnenschein. Das geht mit großer Wahrscheinlichkeit darauf zurück, dass dunkle Augen weniger lichtempfindlich sind und daher evolutionär einen Vorteil bieten.

Bei einigen Tierarten hat aber auch der Mensch an der Entwicklung brauner Augen mitgewirkt. So sind Hundeaugen heute deutlich dunkler als sie es bei ihren Vorfahren, den Wölfen, waren. Japanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Iris von Hunden im Rahmen der Domestizierung dunkler wurde, um weniger bedrohlich zu wirken. Wölfe haben eine eher helle Iris, die schon fast ins Gelbliche geht. Auf Menschen wirkte das lange Zeit bedrohlich, sodass sie als Weggefährten bevorzugt Tiere mit dunkleren Augen wählten – und so setzte sich die dunkle Augenfarbe auch bei Hunden durch.

FAQ braune Augen

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